Die Erde, die unsere Pflanzen und damit uns ernährt, muss gedüngt werden, sonst kann sie keine Kraft spenden. Viele Jahre war es für uns dabei selbstverständlich, zu modernen, chemischen Düngern zu greifen. Dabei ist das Düngen ohne Chemie keine Erfindung der Neuzeit:

Schon 3000 v.d.Z. wurden die landwirtschaftlich genutzten Felder mit menschlichen und tierischen Exkrementen gedüngt.  Nicht nur wegen der Geruchsbelästigung war die Entwicklung synthetischer Dünger ein echter Fortschritt. Anfang des 19. Jahrhunderts stellte man fest, wie positiv sich  Stickstoff, Phosphate und Kalium auf das Wachstum von Pflanzen auswirken. Man begann, in großen Mengen Guano aus Südamerika einzuführen, um Stickstoff aus dessen Nitrat zur Düngung nutzen zu können. Guano entsteht aus den Exkrementen von Seevögeln. Natürlich ist die Menge an Seevögeln begrenzt, und der Weg aus Südamerika war weit (und teuer). Man ersann also künstliches Nitrat, um günstig düngen zu können. Hier kam es Anfang des 20. Jahrhunderts zu gleich zwei Durchbrüchen: Das Haber-Bosch Verfahren, und der Odda-Prozess wurden entwickelt.

Von nun an setzte man mit wachsender Begeisterung verschiedene synthetische Dünger ein. Da Nitrat ein essentieller Nährstoff für Pflanzen ist, bedankten sich diese mit gutem Wachstum und reichen Erträgen für die Nahrung.

Es gab allerdings ein großes Problem, das erst spät erkannt wurde: Nitrat in zu hoher Konzentration schädigt das ökologische Gleichgewicht und verunreinigt das Trinkwasser. Die Folgen für den menschlichen Organismus sind noch nicht hinreichend erforscht. Das Schlimme dabei: Nitrat bleibt lange im Boden. Eine Forschergruppe stellte vor einigen Jahren definitiv fest, dass Nitrat bis zu 30 Jahre lang im Boden verbleibt – sie hatten Düngemittel mit Isotopen markiert und es 30 Jahre später auf landwirtschaftlich genutzten Flächen immer noch nachweisen können.

Natürlich ist neben der privaten Nutzung der entsprechenden Dünger die intensive Landwirtschaft und Viehwirtschaft zum größten Teil für die hohe Nitratbelastung im Boden verantwortlich. Das Umweltbewusstsein der Bevölkerung wächst, und organische Dünger erhalten immer mehr Zuspruch. Der Einsatz dieser Dünger im heimischen Garten ist auf jeden Fall empfehlenswert – Düngen ohne Chemie hält den Boden im Gleichgewicht und sorgt für ein natürliches Klima. Und entgegen aller Vorurteile ist Düngen ohne Chemie wirkungsvoll, und funktioniert auch mit den verschiedensten Hausmittelchen.

Natürlicher Dünger ist eine echte Alternative für den heimischen Garten

Düngen ohne Chemie ist leicht, wenn man einige Hinweise beachtet. Foto: 123rf.com.

Düngen ohne Chemie ist leicht, wenn man einige Hinweise beachtet. Foto: 123rf.com.

Natürlicher Dünger gefällt allen Pflanzen im Garten, ob Rosen, Tomaten oder Salat. Nicht nur Kompost liefert dem Boden wichtige Nährstoffe, auch Jauche erfreut den Hobbygärtner in seinem Hausgarten. Der unschlagbare Vorteil: Man kann zwar überdüngen (was maximal zu einem Vergeilen der Triebe führen würde), nicht jedoch den Boden übersäuern. Das natürliche Gleichgewicht im Garten wird unterstützt – die Natur „regelt das schon“. Da ihr im Grunde nur zugeführt wird, was aus ihr selbst stammt, gibt es keine negativen Auswirkungen zu befürchten.

Die besten Methoden für effizientes Düngen ohne Chemie:

Kompost: Der Klassiker. Ob Komposthaufen oder Schnellkomposter, mit einem Kompost beschleunigt man nur die natürlichen Vorgänge. In der Natur gibt es keinen Müll – alles wird wieder zu feinem, organischem Material. Wenn aus Kompost gute Erde entstanden ist, können Sie Ihre Beete damit anreichern. Sogar in der Küche kann man eine kleine Wurmkiste aufstellen, und so den Dünger für die Topfpflanzen gewinnen.

Wurmhumus: Nicht nur das Düngen ohne Chemie funktioniert mit den Ausscheidungen spezieller Kompostwürmer am besten, mit dieser kleinen Zutat kann man auch ausgelaugte Erden wieder neu beleben. Wer keinen Platz hat, um in ausreichender Menge Wurmhumus herstellen zu können, bestellt einfach online. Wurmhumus kann in den Boden eingearbeitet oder im Gießwasser aufgelöst werden.

Mist: Wer einen Bauern in der Nähe hat, kann sich Pferdemist oder Kuhdung abholen. Diesen sollte man im Garten vorkompostieren, wobei er einen Großteil seines  Volumens einbüßt. Eventuell bekommen Sie auch schon kompostierten Mist, der dann direkt in die Beete oder ins Hochbeete eingearbeitet werden kann. Hier einige Regeln für das Düngen mit Mist:

  • Frischer Mist sollte nicht direkt mit den Wurzeln der Pflanzen in Berührung kommen.
  • Frischer Mist eignet sich sehr gut, um in Frühbeete und Hochbeete eingearbeitet zu werden. Auch als Basissubstrat für die Pilzzucht ist er geeignet.
  • Der Mist wird nicht untergegraben, sondern nur oberflächlich ausgebracht. Er braucht nämlich Sauerstoff, um zu verrotten.
  • Wer seinen Beeten eine regelrechte Kur gönnen will, bringt den Mist im späten Herbst oder Winter in die Beete. So hat er genügend Zeit, seine Nährstoffe auszulösen.

Eine Alternative zu frischem Mist sind fertig verarbeitete Dünger aus Pferde- Kuh- oder Hühnerdung, die es an vielen Stellen im Internet zu bestellen gibt. Achten Sie darauf, dass diese für den BIO-Anbau zertifiziert sind.

Hausmittelchen: Gönnen Sie Ihren Rosen ab und an etwas Kaffeesatz, benutzen Sie das Kartoffelwasser zum Gießen und gleichen Sie Kalkmangel mit zerdrückten Eierschalen aus. Aus Brennnesseln lässt sich ein großartiger Sud zubereiten, der nicht nur nährt, sondern auch gegen Blattläuse wirkt.

Sie sehen, es gibt viele natürliche Möglichkeiten der ausgewogenen Ernährung Ihrer Pflanzen. Lernen Sie sie kennen und probieren Sie sich am Düngen ohne Chemie – die Natur wird es Ihnen danken.