Sie ist aus deutschen Gärten nicht mehr wegzudenken: Die Tomate. Mittlerweile gibt es unzählige Sorten, manche sehr alt, manche neu gezüchtet, und natürlich gibt es die passende Sorte für jeden Standort. Tomaten aus eigenem Anbau schmecken mindestens ebenso gut wie die Exemplare aus dem Supermarkt. Und das Beste ist: Man weiß garantiert, dass die Früchte nicht mit Schadstoffen belastet sind. Wenn Sie eine reiche Ernte einfahren wollen – und das gilt sowohl für den Balkon als auch für den Garten – dann sollten Sie einige Tipps beherzigen. Tomaten pflanzen ist ein tolles Hobby, dass der ganzen Familie Spaß macht. Kinder können einen eigenen Kübel bepflanzen, und die ersten Erfolge als Gemüse Gärtner feiern.

Lecker, gesund und aus eigenem Anbau – Tomatenpflanzen machen Spaß! Foto: 123rf.com.

Lecker, gesund und aus eigenem Anbau – Tomatenpflanzen machen Spaß! Foto: 123rf.com.

Kleiner Ratgeber für die Pflege von Tomatenpflanzen

Alles beginnt mit der Anzucht! Rund sechs Wochen vor der frostfreien Zeit – das ist nach den Eisheiligen oder, je nach Klima, erst Ende Mai – lassen sich aus Tomatensamen die Tomatenpflanzen im Haus vorziehen. Wichtig ist dabei ein hochwertiges Substrat und geeignete Pflanztöpfe, aus denen das Wasser sehr gut abfließen kann. Bei Temperaturen um die 24 Grad keimen die zukünftigen Leckereien am besten. Ins Freie dürfen die Tomatenpflanzen dann erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.

So hält man die Tomatenkeimlinge vom Vergeilen ab

Im Haus gezogene Tomaten vergeilen häufig, das heißt, dass sie lange, aber schwache Triebe ausbilden. Das liegt meist daran, dass sie recht warm, aber nicht hell genug stehen. So hingegen werden die selbst gezogenen Tomatenkeimlinge kompakt und kräftig:

  • Man lässt sie bei 24 Grad ankeimen.
  • Sobald die Keimblätter zu sehen sind, stellt man die jungen Pflanzen an einen sehr hellen Standort, reduziert die Temperatur jedoch auf 21 Grad.
  • Wer die Temperatur nicht exakt regulieren kann, zieht die Tomatenpflanzen am besten erst groß, wenn die Tage schon länger sind.
  • Sobald sich nach den Keimblättern das erste richtige Blätterpaar zeigt, müssen die Pflänzchen pikiert werden. Dabei müssen Sie darauf achten, die zarten Wurzeln nicht zu beschädigen.
  • Am besten stehen die Pflänzchen in Kräutererde – diese enthält etwas weniger Nährstoffe, um das Wachstum nicht zu stark anzukurbeln.
  • Die jungen Tomatenpflanzen sollten nicht in der prallen Sonne stehen. Man gießt eher wenig, so dass sie gedrungen wachsen – das sorgt für eine frühe Blüte.

Nach draußen in den Garten kommen die Tomatenpflanzen erst, wenn die Eisheiligen vorüber sind, also um den 15. Mai. Wer seine Tomaten auf dem Balkon in Kübeln zieht, kann sie etwas früher ins Freie stellen – in kalten Nächten werden sie dann entweder ins haus geholt oder mit einem Vlies vor dem Erfrieren geschützt.

TIPP: Wenn Sie samenfeste Tomaten ziehen, also keine F1 Hybriden, können Sie die Samen für das nächste Jahr selbst ernten. Samenfestes Tomaten-Saatgut und Jungpflanzen gibt es beispielsweise bei Tomaten mit Geschmack oder beim Kleverhof.

Was ist der Unterschied zwischen Hybriden und samenfesten Pflanzen?

Die F1 Hybride ist eigentlich eine ganz normale Erscheinung in der Natur, denn sie entsteht dann, wenn zwei Pflanzen sich kreuzen. Auch der Gärtner geht so vor, wenn er eine Zucht beginnen will: Er kreuzt zwei Varietäten und sucht aus dem entstehenden Pflanzen – das sind die F1 Hybriden – die mit den gewünschten Veranlagungen aus. Dann erst beginnt die eigentliche Zucht! F1 Hybride sind oft größer als ihre Eltern, wachsen schneller und tragen mehr Früchte. Leider sind diese Erscheinungen auf diese eine Generation beschränkt.

Das Problem: Die im Handel erhältlichen F1 Hybriden mögen gute Ergebnisse erzielen, sie sind jedoch „unfruchtbar“ und erzeugen keine fortpflanzungsfähigen Samen. Sie müssen jedes Jahr aufs Neue produziert werden, was teilweise in fernen Ländern und unter unschönen Bedingungen passiert. Auch bestimmte, verwendete Gene können große Probleme mit sich bringen. Bei den Elternpflanzen wird oft Inzucht eingesetzt, um die gewünschte gleichförmige Optik zu erreichen. Leider trägt dies nicht zur Vielfalt auf unserem Planeten bei. Zudem kommt bei der Produktion von F1 Hybriden oft Gentechnik ins Spiel. Alles Gründe, lieber zu samenfesten Sorten zu greifen. Das hilft auch, die Artenvielfalt zu erhalten!

Samenfeste Sorten hingegen sind „ganz normale“ Pflanzen, die Samen produzieren, aus denen sich wieder Pflanzen ziehen lassen, die aussehen wie ihre Eltern. Da Tomaten recht schnell der Braunfäule anheim fallen können und ohnehin in Deutschland weniger gut wachsen als in ihren Herkunftsländern, wurden in aufwändiger und langwieriger Arbeit neue und resistente Sorten gezüchtet, und zwar auf dem konventionellen Zucht-Weg ohne genetische Manipulation. Das Ganze geschah an der Universität Göttingen und zog sich von 2003 bis 2012 hin. Das Ergebnis sind vier tolle, samenfeste Sorten für den Hausgebrauch, die weder zu Krautfäule oder Braunfäule neigen und zudem früh leckere Früchte produzieren. Die Sorten sind:

  • Die Tomate CLOU: Saftig, knackig und gelb mit angenehmer Säure.
  • Die Tomate IDA GOLD: Orange-goldene Früchte, früher Ernte.
  • Die Tomate PRIMABELLA: Süß, saftig und schön rot.
  • Die Tomate Primavera: Platzfest, saftig und fruchtig.

Mehr Informationen und Bezugsquellen finden Sie hier.

Weitere samenfeste Sorten finden Sie bei Dreschflegel. Es ist nur zu empfehlen, diese vielfältigen, gesunden und nicht genmanipulierten Sorten zu wählen und auf die Tomaten aus dem Baumarkt lieber zu verzichten. Sie werden vom Geschmack begeistert sein.

Tomatenpflanzen und ihre Früchte: Tipps für die Pflege

Tomaten mögen es nicht gerne, wenn sie zu feucht stehen – noch schlimmer ist Nässe von oben! Gießen Sie mäßig und gönnen Sie den Tomaten einen Regenschutz. Perfekt ist natürlich ein Gewächshaus!

Tomaten lieben die Sonne! Am besten gedeihen sie vor einer Südwand, welche die Wärme zurückstrahlt.

Je mehr Platz die einzelnen Pflanzen haben, umso süßer schmecken sie. 2,5 Pflanzen pro Quadratmeter sind optimal.

Wenn Ihre Tomatenpflanzen mehr in de Höhe als in die Breite wachsen sollen, geizen Sie sie regelmäßig aus. Das heißt, dass Sie die Seitentriebe abknipsen. Dadurch kann die Pflanze mehr Energie in die Früchte stecken und wird besser belüftet. Eine gute Stütze ist natürlich unentbehrlich – am einfachsten ist es, eine Stangenkonstruktion zu verwenden.

Ernten können Sie ab Juli. Die Tomaten sind reif, wenn sie sich leicht vom Ast lösen lassen. Unreif geerntete Tomaten reifen jedoch problemlos auf der Fensterbank nach.

Guten Appetit!