Schnecken gehören zu den unbeliebtesten Besuchern im heimischen Garten, und sie können in einer Nacht ein ganzes Beet leer fressen. Allzu viele wirksame Mittel zum Schnecken bekämpfen gibt es bisher nicht: Absammeln ist zwar tierfreundlich, aber zeitraubend und ineffektiv, zudem sollte man die Schnecken nicht einfach irgendwo absetzen. So wird oft geraten, sie mit der Gartenschere durchzuschneiden. Das ist nicht nur unappetitlich ist, es bringt auch nicht jeder übers Herz. Bierfallen sind zwar sehr anziehend (und manche behaupten, es gäbe schlimmere Todesarten, als volltrunken zu versinken), dennoch fallen nicht alle Schnecken hinein, und im schlimmsten Fall lockt man auch die Schnecken aus den umliegenden Gärten an. Schneckenzäune sind recht aufwendig zu installieren, und auch das Schneckenkorn ist alles andere als unbedenklich. Was kann ein umweltbewusster Gärtner also gegen die schleimige Plage tun?

Mit viel gutem Willen sind Schnecken nett anzusehen, und die abgebildete Gehäuseschnecke zählt auch nicht zu den schlimmsten Besuchern. Doch am liebsten Verzichtet man ganz auf Schneckenbesuch im Beet. Fotos: 123rf.com

Mit viel gutem Willen sind Schnecken nett anzusehen, und die abgebildete Gehäuseschnecke zählt auch nicht zu den schlimmsten Besuchern. Doch am liebsten Verzichtet man ganz auf Schneckenbesuch im Beet. Fotos: 123rf.com

Warum Schneckenkorn nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann

Die größte Plage in unseren heimischen Gärten sind die besonders aktiven und sehr schleimigen Nacktschnecken, die vor rund 50 Jahren aus dem Mittelmeerraum eingeschleppt worden sind. Die spanische Wegschnecke  (Arion lusitanicus) frisst quasi alles, und das sehr schnell. Aufgrund ihrer ursprünglichen Heimat machen ihr auch Sonne und Trockenheit keine großen Probleme, zudem ist sie selbst wenig schmackhaft – finden zumindest unsere heimischen Schneckenjäger wie Kröten und Igel.

Schnecken bekämpfen konnte man bisher am wirksamsten mit Schneckenkorn. Dieses Schädlingsbekämpfungsmittel gibt es mit drei verschiedenen Wirkstoffen. Das harmloseste basiert auf  Eisen-III-Phosphat. Es ist nur für die Schnecken giftig, stellt aber keine Gefahr für andere Tiere dar. In der Erde zerfällt es zu Eisen und Phosphat, die Ernte aus den behandelten Beeten kann bedenkenlos gegessen werden.

Nachteile: Eine ausgewachsene Schnecke muss rund 20 Körnchen aufnehmen, um zu sterben. Wesentlich wirksamer ist Schneckenkorn mit Metaldehyd oder Methiocarb. Diese Wirkstoffe sind jedoch auch für alle anderen Tiere giftig. Das betrifft nicht nur Regenwürmer, Igel, Biene und Vögel, sondern auch Hunde und Katzen. Methiocarb kann sogar ins Grundwasser gelangen und stellt insbesondere für kleine Kinder eine echte Gefahr im Garten dar. Gemüse aus behandelten Beeten sollte erst 14 Tage nach Anwendung gegessen, und zuvor gründlich gewaschen werden.

Schnexagon – eine echte Alternative steht in den Startlöchern

Jetzt ist Forschern der Uni Kiel nach vielen Versuchen im Labor die Entwicklung eines Mittels gelungen, das ökologisch unbedenklich ist, an dem Schnecken aber nicht haften können: Schnexagon. Bestreicht man also die Umrandungen von Beeten oder Pflanzgefäße mit diesem Mittel, wird der Rand für die Schnecke zu einem unüberwindbaren Hindernis. Sie sucht das Weite.

Schnexagon befindet sich noch in der Entwicklung, soll aber im Frühjahr nächsten Jahres ausgeliefert werden können. Aktuell läuft eine Crowdfunding-Aktion, mit deren Erlösen das Mittel zur Marktreife gebracht werden soll.

Link zum Projekt bei Startnext.com: Crowdfunding für Schnexagon

Crowdfunding bedeutet eine Finanzierung durch die Masse. Man kann einen Betrag auswählen, mit dem man ein Projekt unterstützen möchte, und erhält dafür eine Gegenleistung.

Wir glauben, Schnexagon kann das Schnecken bekämpfen in Zukunft viel leichter machen, und weisen darum gern auf diese Aktion hin. Nehmen Sie doch auch teil!

Bis dahin wünschen wir Ihnen viel Freude in Ihrem Garten – ohne unliebsame Besucher. Herzlich, Ihr Team von Butenas Holzbauten.