Beinahe ein Viertel der Deutschen plagt sich mit Bluthochdruck. Und so stellt sich natürlich die Frage: Sauna mit Bluthochdruck – wie gefährlich ist das wirklich?

Saunieren mit Hypertonie – gefährlich oder nicht?

Spontan würden die meisten Menschen wohl sagen, das Saunieren sei für Menschen mit Hypertonie nicht geeignet, da die Hitze eine große Belastung darstelle. Das Gegenteil ist jedoch der Fall – regelmäßiges Saunieren (und das bedeutet, auch im Sommer) senkt das Risiko, an koronaren Herzkrankheiten zu sterben. Nachlesen lässt sich dies in einer Studie von 2015, die von einem finnischen Forscherteam veröffentlich wurde. Das Sterberisiko der männlichen Probanden der Studie sank, je öfter sie wöchentlich die Sauna aufsuchten.

Nun lässt sich eine finnische Studie nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen, heißt es in Finnland doch, Wer noch zur Sauna gehen kann, kann auch in die Sauna gehen. „Der Finne“ wird vielleicht nur noch selten in der Sauna geboren, verbringt aber ansonsten sehr gern seine Zeit in der Schwitzhütte und glaubt auch, sämtliche Krankheiten durch das Saunieren heilen zu können. Dennoch sollte man die finnische Antwort auf die Frage: Sauna mit Bluthochdruck? auf jeden Fall ernst nehmen.

Sauna mit Bluthochdruck? Das ist gesünder, als man denkt.

Mit Bluthochdruck in die Sauna? Das ist gesünder, als man denkt.

Vor dem Saunabesuch mit Bluthochdruck den Arzt konsultieren

Man kann vor dem Saunabesuch mit Bluthochdruck seinen Arzt um Rat fragen, wenn man sich unsicher fühlt. In der Regel können Sie jedoch unbesorgt sein – die sogenannte Hämodynamik sorgt dafür, dass das Blut besser und schneller durch die Adern fließt, wenn man in der Sauna ist. Durch die Hitze erweitern sich die Blutgefäße, es wird deutlich mehr Blut durch den Körper gepumpt. Der Körper reagiert ähnlich wie bei Fieber und mobilisiert die eigenen Abwehrkräfte.

Was man bei der Sauna mit Bluthochdruck allerdings vermeiden sollte, ist Folgendes:

– Springen Sie nach dem Saunieren nicht in das eiskalte Wasser! Kühlen Sie sich lieber mit lauwarmem Wasser ab, das ist schonender für den Körper. Das Tauchbecken bewirkt nämlich eine plötzliche Steigerung des Blutdrucks.

– Gehen Sie nicht in die Sauna, wenn Sie unter einer  orthostatischen Hypotonie leiden. Hierbei kommt es bei plötzlichem Aufstehen zu einem starken Abfall des Blutdrucks.

– Anstelle eines kalten Gusses können Sie sich auch mit einem Spaziergang abkühlen. Das ist schonender und belastet den Körper nicht. Auf die Abkühlung selbst sollten Sie jedoch auf keinen Fall verzichten – der Wechsel zwischen heiß und kalt ist es ja gerade, der den Blutgefäßen ihre Beweglichkeit wiedergibt.

Bei Menschen mit niedrigem Blutdruck lässt sich in der Sauna eine Erhöhung des Blutdrucks hin zum Normalwert feststellen, Patienten mit Hypotonie erleben eine Blutdrucksenkung.

Andere Beschwerden und die Sauna – was ist erlaubt, was sollte man lieber lassen?

Sauna mit Thrombozytose:

Ob das Saunieren mit einer Thrombose möglich ist oder vermieden werden sollte, hängt vom Ausmaß der Erkrankung ab. Hier sollte auf jeden Fall der Arzt zu Rate gezogen werden.

Sauna mit Asthma:

Bei Asthma und chronischer Bronchitis wirkt richtiges Saunieren entspannend, lindernd und es kann besser geatmet werden. Asthmatiker können also das regelmäßige Saunieren als Teil ihrer Therapie ansehen.

Sauna mit Hämorrhoiden:

Sind die Hämorrhoiden gerade akut entzündet, dann sollte man das Saunieren lieber verschieben. Es kann sonst zu unnötigen Reizungen kommen.

Sauna mit Unterfunktion der Schilddrüse:

Wenn die entsprechenden Präparate regelmäßig eingenommen werden, ist das Saunieren mit einer Unterfunktion der Schilddrüse kein Problem. Durch die Medikation verschwinden die Beschwerden in der Regel. Die Sauna wird sogar eine günstige Wirkung durch die Anregung des Hormonstoffwechsels und die Verbesserung der Haut haben.

Sauna mit Cellulite:

Dieses „Problem“ ist den meisten Frauen gut bekannt, denn anders als die Herren der Schöpfung sind diese mit einem weicheren Bindegewebe ausgestattet. Das ist auch nötig, da die Haut sonst bei einer Schwangerschaft nicht im erforderlichen Maß nachgeben könnte. Leider gibt sie aber auch ohne Schwangerschaft ganz gern nach und bildet Dellen, wenn man die Haut zusammenschiebt, oder Schwangerschaftsstreifen, also kleine Risse in der Unterhaut.

Saunieren kann man mit Cellulite problemlos, wenn sie nicht – und hier kommt eine wichtige Einschränkung – Symptom eines Lipödems sind. Dann nämlich sollte davon abgesehen werden, stark durchblutungsfördernde Maßnahmen zu ergreifen.

Wobei wir sicher sind, eine Finnin würde trotzdem in die Sauna gehen.

Sauna mit Alkohol/Drogen/Medikamenten:

Das kann durchaus problematisch sein, denn die Erhöhung der Körpertemperatur lässt nicht nur Medikamente schneller ins Blut gelangen, auch die Verarbeitung in Leber und Niere wird durch die Hitze verändert. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, hat es also etwas schwerer als jemand, der die Sauna mit Bluthochdruck besucht. Bei letzterem ist die positive Wirkung bekannt, die Hitze kann sich jedoch sehr unterschiedlich auf Körper auswirken, die einer Medikation ausgesetzt sind.

Mit einem Nikotinpflaster sollte man mit dem Saunieren eine Pause machen, ein Hormonpflaster kann in der Sauna zu einem Hautreizer werden. Auch ein Schmerzpflaster sollte während des Saunierens abgenommen werden.

Medikamente sollten nicht unmittelbar vor dem Saunagang eingenommen werden, im Zweifelsfall ist es immer besser, den Arzt zu fragen!

Drogen und Alkohol haben bei einem Saunabesuch nichts zu suchen. Maximal darf eine kleine Menge Alkohol am Ende des Saunierens getrunken werden, aber keinesfalls währenddessen. Wer die Sauna mit Bluthochdruck besucht, sollte jedoch ohnehin lieber darauf verzichten.

Diese und viele weitere Informationen finden Sie auf der folgenden Seite: Sauna in Deutschland.

Folgen Sie dem Link und erfahren Sie außerdem, ob Sie mit Diabetes, Endprothesen, nach der Entfernung von Lymphknoten, mit einem Mammakarzinom, nach einem Schlaganfall oder mit einem Genitalpilz die Sauna besuchen dürfen. Natürlich sind dort auch weitere Informationen zu Sauna mit Bluthochdruck zu finden.

Sauna mit Bluthochdruck? Ein Fazit:

Beruhigend zu wissen, dass die Sauna mit Bluthochdruck kein Problem darstellt, sondern im Gegenteil sogar zu einer Verbesserung beitragen kann. Diese Verbesserung ist allerdings nicht von der Dauer, sondern verfliegt schnell nach der Sauna mit Bluthochdruck wieder. Ein weiteres Argument für das regelmäßige Saunieren!