An heißen Tagen geht es den Pflanzen im Garten nicht anders als uns: Sie haben Durst. Das kann durchaus im Mai schon soweit sein, wenn heiße Sonnenstrahlen auf die ersten Triebe treffen. Ganz klar, hier muss gewässert werden! Doch dabei kann man einige Fehler machen, die dazu führen können, dass Pflanzen verdursten oder verfaulen. Wie Sie im Garten richtig gießen, darum soll es heute gehen. Nehmen Sie sich doch ein kühles Getränk für die Lektüre – und im Anschluss können Sie Ihre Blumen und anderen Pflanzen mit der richtigen Menge Wasser verwöhnen.

Im Garten richtig gießen – nicht nur bei Sommerhitze wichtig

Junge Pflänzchen brauchen besonders viel Wasser. Foto: 123rf.com

Junge Pflänzchen brauchen besonders viel Wasser. Foto: 123rf.com

Jede Blume und Pflanze hat eigene Bedürfnisse beim Wässern. Die eine mag viel Feuchtigkeit, die andere möchte lieber seltener gegossen werden. Wie gegossen werden muss, hängt natürlich auch davon ab, wie der Boden beschaffen ist. Der erste Schritt, um im Garten richtig gießen zu können, ist also eine genaue Kenntnis der eigenen Pflanzen und ihrer Bedürfnisse.

Den Garten richtig gießen – wie viel Wasser brauchen meine Pflanzen?

Wie gesagt, hängt die richtige Menge Wasser beim Gießen auch von der Beschaffenheit des Bodens ab. Lehmiger Boden beispielsweise nimmt das Wasser eher schlecht auf und muss öfter gewässert werden. Durch sandigen Boden rauscht das Wasser quasi hindurch, er kann es nicht speichern. Er sollte mit weniger Wasser gegossen, und regelmäßig mit Kompost verbessert werden. In beiden Fällen ist eine Tröpfchen Bewässerung eher empfehlenswert als der Schwall einer Gießkanne.

Man sieht den Pflanzen an, wie viel Wasser sie brauchen:

Zum Glück zeigen uns die Blumen und Pflanzen durch ihre Beschaffenheit, ob sie viel Wasser brauchen und wie sie mit Perioden der Hitze und Trockenheit zurecht kommen.

Besonders empfindlich auf Trockenheit reagieren Pflanzen, die große und weiche Blätter haben. Bei ihnen verdunstet die Feuchtigkeit besonders schnell. Dazu zählen zum Beispiel Kopfsalat, Hortensien oder Funkien.

Pflanzen mit harten und ledrigen Blättern brauchen weniger Wasser. Sie sind wie beispielsweise Rosmarin und Thymian an ein trockenes Klima gewöhnt.

Auch Pflanzen, die besonders dicke Blätter haben, speichern Wasser sehr gut und müssen seltener gegossen werden.

Die Wurzeln zeigen den Wasserbedarf:

Flachwurzler wie Rhododendron oder Rasen brauchen häufiger, dafür etwas weniger Wasser. Sie können der Feuchtigkeit ohnehin nicht in die tieferen Schichten des Bodens folgen.

Pflanzen, die tief wurzeln, wie Rosen, Sommerblumen, Stauden und Gehölze werden am besten einmal wöchentlich lange gegossen. Das Wasser muss tief, aber am besten langsam in den Boden eindringen können. Generell empfiehlt sich die Bewässerung mit  (Perl-) Schlauch und Sprenger.

Richtig wässern heißt auch: Nicht zu viel gießen!

Es ist ähnlich wie bei den Zimmerpflanzen, die oftmals eingehen, weil sie zu viel – nicht zu wenig – gegossen worden sind. Zuviel Gießen ist schädlich, besonders wenn pflanzen schon angewachsen sind. Immerhin kommt die Flora in der freien Wildbahn ganz wunderbar auch ohne unsere Wasser-Hilfe aus.

Es gibt ganz praktische Gründe, die gegen zu häufiges Wässern sprechen: Wenn eine Pflanze an ihrem Standort angewachsen ist, dann wachsen ihre Wurzeln zum Wasser hin. Sinkt die Feuchtigkeit also im Boden ab, dann wandern die Wurzeln hinterher – die Pflanze wurzelt tief und bekommt dadurch natürlich auch einen sicheren Stand.

Das bedeutet, dass der Gärtner durch das Wässern die Pflanzen „erziehen“ kann: Hält er den Boden oberflächlich feucht, weil er häufig, aber wenig gießt, bleiben auch die Wurzeln der Pflanzen eher im oberen Bereich des Bodens. Dieser trocknet schneller aus, es muss häufiger gegossen werden.

Wird hingegen seltener, aber dafür lange gegossen, ist mehr Feuchtigkeit in den tieferen Schichten des Bodens vorhanden. Die Pflanzen folgen mit ihren Wurzeln dem Wasser, das nach unten sickert. Dadurch, dass sie sich aus tieferen Schichten bedienen, sind sie auch für trockene Perioden besser gerüstet.

Pflanzen haben einzigartige Mechanismen für die Versorgung mit Wasser

Die Natur ist schlau – die Pflanzen machen es vor, wenn sie auf die verschiedenen Wetterlagen reagieren. Wird es zum Beispiel sehr heiß, mangelt es ihnen an Wasser und brennt die Sonne, dann schließen sie ihre Spaltöffnungen an den Blättern, um weniger Wasser zu verdunsten. Auch die schlapp herab hängenden Blätter sind ein Schutzmechanismus, um der Sonne weniger Angriffsfläche zu bieten und dadurch die Verdunstung zu reduzieren.

Der wohlmeinende Gärtner, der nun aber mit der Gießkanne kommt, setzt ein falsches Signal: Wird die Oberfläche wieder mit Wasser benetzt melden die Blätter den Wurzeln, dass der Wassermangel vorüber ist. Die Wurzeln machen sich auf die Suche nach Wasser – finden jedoch keines, da der Gärtner zuwenig, und damit nur oberflächlich gewässert hat. Das bedeutet Stress für die Pflanze, die ihre Blätter am Abend von selbst wieder aufgerichtet hätte.

Gießen Sie also am besten morgens – wer dann noch die Blätter hängen lässt, freut sich auf eine zusätzliche Wassergabe.

Die Kübelpflanzen im Garten richtig gießen

Bei den Kübelpflanzen im Garten und auf dem Balkon sieht die Lage etwas anders aus: Diese können nicht „erzogen“ werden, da ihre Wurzeln ja gar nicht tief genug in die Erde eindringen können. Hier ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie die Versorgung mit Wasser stets im Auge behalten. Die Erde sollte abgetrocknet sein, bevor Sie erneut gießen. Stehen die Pflanzen zu nass, dann faulen die Wurzeln.

Der Rasen – wie sollte er gegossen werden?

Das richtige Wässern des Rasens ist eine kleine Wissenschaft für sich. Wenn Sie eine gut funktionierende Methode haben, dann bleiben Sie dabei, denn auch Rasen kann „erzogen“ werden. Rasen sollte kurz, aber eben nicht zu kurz mit Wasser versorgt werden. Das Wasser muss zu den Wurzeln durchdringen. Halten Sie ihn im Sommer nicht zu kurz, damit er nicht verbrennt.